Psychotherapeutische Leistungen bei psychotherapie simmering

Erfahrung & Expertise

Meine langjährige Erfahrung in der Arbeit mit unterschiedlichen Altersgruppen und meine umfangreche Ausbildung ermöglicht mir, individuell auf jede Patientin und jeden Patienten einzugehen. So fördere ich nachhaltige Veränderungen und persönliches Wachstum.

Individualpsychologie

nach Alfred Adler

Vielleicht kennen Sie das Gefühl, immer wieder an einen Punkt zu gelangen, an dem Sie nicht mehr weiterwissen. Sie verstehen vielleicht sogar, warum Sie sich in bestimmten Situationen so verhalten, und dennoch gelingt es Ihnen nicht, etwas zu verändern. Vielleicht erleben Sie Ängste, Selbstzweifel oder innere Unruhe, fühlen sich erschöpft, überfordert oder allein. Vielleicht wiederholen sich bestimmte Schwierigkeiten in Ihren Beziehungen oder Sie haben das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nie wirklich zu genügen.

Eine Psychotherapie kann ein Ort sein, an dem Sie mit all dem nicht funktionieren müssen. Ein Ort, an dem das, was Sie beschäftigt, ausgesprochen und gemeinsam verstanden werden kann.

Die Individualpsychologie nach Alfred Adler bildet die Grundlage meiner therapeutischen Arbeit. Adler betrachtet den Menschen als einzigartiges und zugleich zutiefst beziehungsorientiertes Wesen. Wir entwickeln uns nicht unabhängig von unserer Lebensgeschichte, sondern in Beziehung zu anderen Menschen und im Umgang mit den Bedingungen, die uns im Laufe unseres Lebens begegnen.

Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit um ihrer selbst willen zu betrachten. Vielmehr kann das Verständnis der eigenen Geschichte dabei helfen, die Gegenwart besser zu verstehen: Warum reagiere ich in bestimmten Situationen so empfindlich? Warum fällt es mir schwer, Grenzen zu setzen? Weshalb ziehe ich mich zurück, obwohl ich mir Nähe wünsche? Warum habe ich das Gefühl, immer stark sein zu müssen? Oder warum gerate ich immer wieder in ähnliche Beziehungsmuster?

Adler ging davon aus, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens eine individuelle Art entwickelt, sich selbst, andere Menschen und die Welt zu verstehen und sich darin zu bewegen. Diesen persönlichen Lebensstil können wir als einen inneren Orientierungsrahmen verstehen. Er umfasst typische Wahrnehmungs- und Handlungsmuster, Erwartungen, Überzeugungen und Vorstellungen darüber, welchen Platz wir im Leben und in Beziehungen einnehmen.

Dieser Lebensstil entsteht nicht zufällig. Frühe Erfahrungen, familiäre Beziehungen, die eigene Position in der Familie, Erfahrungen von Zugehörigkeit oder Ausgrenzung, aber auch spätere prägende Erlebnisse können dazu beitragen, wie wir uns selbst und unsere Möglichkeiten erleben.

Manche dieser Muster waren zu einem früheren Zeitpunkt hilfreich und nachvollziehbar. Sie konnten dabei helfen, mit schwierigen Lebensbedingungen zurechtzukommen, Anerkennung zu erhalten, Konflikte zu vermeiden, Sicherheit zu gewinnen oder sich vor Verletzungen zu schützen. Was einmal eine sinnvolle Lösung war, kann später jedoch zu einer Einschränkung werden.

So kann beispielsweise aus dem Bedürfnis, alles richtig zu machen, ein hoher innerer Druck entstehen. Aus der Erfahrung, sich auf andere nicht verlassen zu können, kann die Überzeugung entstehen, alles alleine bewältigen zu müssen. Aus wiederholter Zurückweisung kann die Erwartung entstehen, ohnehin nicht dazuzugehören. Und aus dem Wunsch, geliebt und angenommen zu werden, kann ein ständiges Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse entstehen.

Solche Muster sind häufig so vertraut, dass sie uns zunächst gar nicht als Muster auffallen. Wir erleben sie vielmehr als Teil unserer Persönlichkeit oder als vermeintliche Realität: „Ich bin eben so.“ „Andere sind einfach nicht verlässlich.“ „Ich darf keine Schwäche zeigen.“ „Ich muss das alleine schaffen.“ „Wenn ich Nein sage, werde ich abgelehnt.“

Psychotherapie kann dabei helfen, diese vertrauten Sichtweisen mit etwas Abstand zu betrachten. Nicht, um Ihnen zu sagen, wie Sie sein sollten, sondern um gemeinsam zu verstehen, wie Sie zu dem Menschen geworden sind, der Sie heute sind – und welche Möglichkeiten Ihnen heute offenstehen.

Symptome verstehen und neue Möglichkeiten entwickeln

Psychische Beschwerden werden in der individualpsychologischen Psychotherapie nicht losgelöst vom Menschen und seiner Lebenssituation betrachtet. Ängste, depressive Verstimmungen, Selbstwertprobleme, Beziehungsschwierigkeiten oder andere Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Sie sind keine einfache „Botschaft“ und lassen sich nicht auf eine einzige Erklärung reduzieren.

Gleichzeitig kann es hilfreich sein, sich zu fragen, in welchem Zusammenhang die aktuellen Schwierigkeiten mit der eigenen Lebensgeschichte, den Beziehungen und den persönlichen Erwartungen stehen.

Was geschieht in mir, wenn ich mich zurückgewiesen fühle? Welche Vorstellungen habe ich davon, wie ich sein muss, um wertvoll zu sein? Welche Erwartungen habe ich an andere? Was befürchte ich, wenn ich mich zeige, Grenzen setze oder Verantwortung abgebe? Und welche Ziele oder Bedürfnisse könnten hinter meinem bisherigen Verhalten stehen?

Ein solches Verständnis kann einen wichtigen Unterschied machen. Denn wenn wir unsere Reaktionen nicht mehr ausschließlich als persönliches Versagen betrachten, sondern ihre Entstehung und Funktion verstehen, kann sich der Blick auf uns selbst verändern.

Dabei geht es nicht darum, Verantwortung für das eigene Leben an die Vergangenheit abzugeben. Im Gegenteil: Ein zentraler Gedanke der Individualpsychologie ist die Möglichkeit, neue Entscheidungen zu treffen und Handlungsspielräume zu erweitern. Unsere Vergangenheit können wir nicht verändern. Aber wir können zunehmend verstehen, wie sie uns geprägt hat – und prüfen, ob die daraus entstandenen Überzeugungen und Verhaltensweisen heute noch zu unserem Leben passen.

Ermutigung statt Selbstoptimierung

Ein zentraler Begriff bei Alfred Adler ist die Ermutigung.

Ermutigung bedeutet nicht, Schwierigkeiten kleinzureden oder Probleme mit positiven Gedanken zu überdecken. Sie bedeutet auch nicht, jemanden davon zu überzeugen, dass „alles möglich“ sei.

Ermutigung bedeutet vielmehr, den Menschen in seinen Möglichkeiten wahrzunehmen – auch dann, wenn er selbst diese gerade nicht sehen kann.

Viele Menschen kommen mit einem ausgeprägten Gefühl von Unzulänglichkeit in eine Psychotherapie. Sie erleben sich als nicht gut genug, nicht belastbar genug, nicht erfolgreich genug oder nicht liebenswert genug. Häufig ist der innere Umgang mit sich selbst dabei wesentlich härter als der Umgang mit anderen.

Die individualpsychologische Haltung setzt dem keine unrealistische Selbstbeweihräucherung entgegen, sondern einen anderen Blick: Sie sind mehr als Ihre Schwierigkeiten. Sie sind mehr als Ihre Symptome, Ihre Fehler und Ihre bisherigen Entscheidungen.

Gemeinsam können wir herausarbeiten, welche Fähigkeiten und Ressourcen Sie bereits entwickelt haben, wie Sie schwierige Situationen bisher bewältigt haben und wo Sie heute neue Möglichkeiten entwickeln können.

Veränderung beginnt dabei nicht immer mit einem großen Schritt. Manchmal beginnt sie damit, etwas zum ersten Mal auszusprechen. Manchmal damit, eine eigene Grenze wahrzunehmen. Manchmal damit, sich selbst gegenüber weniger hart zu sein. Und manchmal damit, zu erkennen, dass eine bisher vertraute Art zu leben nicht mehr die einzige Möglichkeit ist.

Beziehung und Gemeinschaft

Für Adler war der Mensch immer auch ein soziales Wesen. Das Gemeinschaftsgefühl nimmt deshalb in der Individualpsychologie einen besonderen Stellenwert ein.

Wir brauchen andere Menschen. Wir brauchen Zugehörigkeit, Anerkennung, Verbundenheit und das Gefühl, mit unserem Dasein einen Platz in der Welt zu haben. Gleichzeitig können gerade Beziehungen zu den Bereichen unseres Lebens gehören, die uns am stärksten verletzen und verunsichern.

Vielleicht fällt es Ihnen schwer, anderen zu vertrauen. Vielleicht erleben Sie immer wieder Konflikte oder haben Angst vor Nähe. Vielleicht passen Sie sich stark an und verlieren dabei den Kontakt zu Ihren eigenen Bedürfnissen. Vielleicht fühlen Sie sich trotz vieler Menschen in Ihrem Umfeld innerlich allein.

Solche Erfahrungen können in der Therapie einen wichtigen Platz bekommen.

Die therapeutische Beziehung selbst wird dabei zu einem Raum, in dem neue Erfahrungen möglich werden können: mit den eigenen Gedanken und Gefühlen, mit Nähe und Abgrenzung, mit Vertrauen, Selbstbestimmung und dem Erleben, als Mensch gesehen und ernst genommen zu werden.

Der Mensch ist mehr als seine Vergangenheit

Ein wesentlicher Grundgedanke der Individualpsychologie ist der Blick auf die Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen.

Ihre Lebensgeschichte erklärt vieles. Sie legt jedoch nicht vollständig fest, wer Sie heute sind und wer Sie werden können.

Deshalb richtet sich der Blick in der Therapie nicht nur zurück, sondern auch nach vorne: Was möchten Sie in Ihrem Leben verändern? Welche Beziehungen möchten Sie führen? Wie möchten Sie mit sich selbst umgehen? Was ist Ihnen wichtig? Welche Entscheidungen stehen an? Und welches Leben möchten Sie gestalten?

Dabei geht es nicht darum, ein ideales oder perfektes Leben zu erreichen. Es geht darum, zunehmend eine Lebensweise zu entwickeln, die zu Ihnen, Ihren Werten und Ihren tatsächlichen Bedürfnissen passt.

Psychotherapie kann ein Prozess sein, in dem aus bisher Selbstverständlichem etwas Verstehbares wird – und aus etwas Verstehbarem allmählich etwas Veränderbares.

Gemeinsam auf Augenhöhe

Eine Psychotherapie ist keine Behandlung, bei der ich Ihnen fertige Antworten auf Ihr Leben gebe. Sie sind der Experte für Ihre eigene Lebensgeschichte. Ich bringe psychotherapeutisches Fachwissen, Erfahrung und eine professionelle Perspektive ein.

Gemeinsam können wir versuchen, Zusammenhänge sichtbar zu machen, bisherige Muster zu verstehen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Dabei ist mir eine therapeutische Beziehung wichtig, die von Respekt, Wertschätzung, Offenheit und gegenseitiger Zusammenarbeit geprägt ist. Sie müssen in der Therapie nichts darstellen und keine bestimmte Version von sich präsentieren. Auch Widersprüchliches, Schwieriges oder bisher Unaussprechliches darf Raum bekommen.

Vielleicht wissen Sie bereits sehr genau, was Sie verändern möchten. Vielleicht wissen Sie zunächst nur, dass es so nicht weitergehen kann. Beides kann ein Ausgangspunkt für Psychotherapie sein.

Der erste Schritt muss dabei noch keine Entscheidung für eine langfristige Therapie sein. In einem unverbindlichen Erstgespräch können Sie mir erzählen, was Sie zu mir führt, was Sie sich von einer Psychotherapie wünschen und welche Fragen Sie beschäftigen. Gleichzeitig können Sie einen Eindruck davon gewinnen, wie ich arbeite und ob Sie sich eine therapeutische Zusammenarbeit mit mir vorstellen können.

Denn Psychotherapie ist vor allem eines: eine gemeinsame Arbeit an etwas, das für Sie persönlich bedeutsam ist.

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